Es ist ein Moment purer Panik, den jeder Österreicher fürchtet: Sie stehen vor dem Bankomaten, die Transaktion ist beendet, aber die Karte kommt nicht zurück. Stattdessen erscheint auf dem Display kurz die gefürchtete Meldung. Der Schreck sitzt tief, besonders wenn der Automat außerhalb der Öffnungszeiten steht oder es sich um die einzige Debitkarte handelt, die Sie gerade dabeihaben. Viele glauben, in diesem Moment ist alles verloren, aber das stimmt nicht. Es gibt eine Notfallfunktion, die fast alle Automaten haben – und kaum jemand kennt sie.
Warum Bankomaten in Wien, Graz und Co. Karten einbehalten (und wann es nicht Ihre Schuld ist)
Die modernen Bankomaten folgen strengen Sicherheitsprotokollen. Bevor Sie verzweifeln, wissen Sie, dass der Automat Ihre Karte nicht aus Böswilligkeit schluckt, sondern meist aus einem dieser drei Gründe:
- Der Sicherheits-Reflex: Sie haben die PIN dreimal falsch eingegeben. Der Automat geht von Missbrauch aus und zieht die Karte sofort ein, um Ihr Konto zu schützen.
- Das Ablaufdatum oder die Sperre: Ihre Karte ist abgelaufen, wurde von der Bank bereits storniert oder Sie haben eine verdächtige Transaktion getätigt, die eine vorübergehende Sperre ausgelöst hat.
- Die menschliche Verzögerung (der häufigste Grund): Sie waren nach der Transaktion abgelenkt
oder zu langsam. Wenn Sie die Karte nicht innerhalb von etwa 20 bis 30 Sekunden entnehmen, betrachtet der Automat dies als „vergessen“ und zieht sie automatisch ein, um sie vor Diebstahl zu schützen.
Der schnelle Trick: Das Abbrechen-Manöver für die Sofort-Rettung
Wenn die Karte eingezogen wird, ist die wichtigste Regel: Nicht sofort weglaufen. Bleiben Sie ruhig. Es gibt eine kleine Zeitspanne – oft nur wenige Sekunden –, in der Sie den Automaten überzeugen können, die Karte wieder auszugeben.
Suchen Sie auf dem Tastenfeld nach der Taste, die meist mit „Abbrechen“, „Cancel“ oder einem roten X markiert ist. Studien haben gezeigt, dass das schnelle Drücken dieser Taste, unmittelbar nachdem der Automat die Karte einzuziehen beginnt, oft den internen Prozess stoppt.
So gehen Sie vor (der „Notfall-Code“):

- Drücken Sie die „Abbrechen“-Taste des Automaten (meist Rot oder Gelb).
- Halten Sie die Taste für etwa 3 bis 5 Sekunden gedrückt, während Sie gleichzeitig versuchen, die Karte vorsichtig zu lockern (nicht zu ziehen!).
- Dieser Befehl bricht die laufende Sitzung ab und kann das Protokoll zum Karteneinzug überschreiben. Bei vielen Modellen in Österreich wird die Karte dann ausgeworfen, da der Automat davon ausgeht, dass eine Fehlfunktion vorliegt.
Wenn dieser Notfall-Befehl nicht funktioniert und die Karte definitiv drin ist, müssen Sie zur nächsten Stufe übergehen.
Der nächste Schritt: Standort festhalten und Betrug vermeiden
Sobald die Karte verschwunden ist, ist schnelles und richtiges Handeln gefragt, um den finanziellen Schaden zu minimieren. Ich habe in meiner Praxis erlebt, wie viele Leser in Panik wichtige Details vergessen.
Was tun, wenn die Karte beim Einheizen des „Notfall-Codes“ nicht herauskommt:
- Standort notieren: Schreiben Sie sich sofort die genaue Adresse, den Namen der Bank (wenn es keine Filiale Ihrer Hausbank ist) und die Uhrzeit auf. Fehlt ein Name, notieren Sie die Automaten-ID (eine kleine Nummer, meist auf einem Sticker unter dem Display). Dies ist das Wichtigste für die Bank.
- Sicherheit zuerst: Suchen Sie nach Manipulationsspuren. Sind die Kartenschlitze ungewöhnlich locker, oder ist etwas über die Tastatur geklebt? In Städten wie Wien gibt es spezielle Betrugsversuche mit Kartenfallen. Sichern Sie Ihre PIN, indem Sie schnell den Ort verlassen.
- Sofort die Bank anrufen: Nutzen Sie die offizielle Sperr-Hotline Ihrer Bank. Die Nummer finden Sie nicht am Automaten, sondern auf der Rückseite einer anderen (alten) Bankkarte oder in Ihrer Banking-App. Bestehen Sie darauf, dass die Karte umgehend gesperrt wird, nicht erst am nächsten Werktag.
Tipp: Bei einem Automaten innerhalb einer Bankfiliale können Sie während der Öffnungszeiten direkt zum Schalter gehen. Außerhalb der Filialen müssen Sie immer die Sperr-Hotline anrufen.
Verhindern, dass Ihr Bankomat-Erlebnis zur Katastrophe wird
Prävention ist der beste Schutz. Viele Österreicher neigen dazu, die Transaktion in Gedanken schon abgeschlossen zu haben, bevor die Karte tatsächlich ausgeworfen wird. Dadurch steigt das Risiko des automatischen Karteneinzugs.

Meine Empfehlungen für den Bankomat-Besuch:
Verwenden Sie nur belebte, gut einsehbare Automaten: Meiden Sie Einzelautomaten in dunklen Gassen oder an entlegenen Tankstellen, besonders spät in der Nacht.
Die 3-Sekunden-Regel: Warten Sie nach der PIN-Eingabe nicht mit dem Eintippen des Betrags. Führen Sie die Transaktion zügig durch und nehmen Sie die Karte sofort in die Hand, sobald das Auswerfen beginnt.
Doppelter Schutz in der App: Viele österreichische Banken (z.B. Erste Bank oder Raiffeisen) bieten die Option, die geografische Nutzung Ihrer Karte einzuschränken. Schalten Sie Regionen wie Übersee ab, wenn Sie sie nicht brauchen. Das schützt bei Diebstahl der Daten.
Denken Sie daran: Die Bank ist verpflichtet, den Vorfall zu protokollieren. Wenn Sie schnell die Sperrung veranlassen, minimieren Sie das Missbrauchsrisiko praktisch auf Null. Die Ersatzkarte erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Werktage per Post zugestellt.
Haben Sie diesen Notfall-Trick mit der „Abbrechen“-Taste schon einmal erfolgreich angewendet? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!
